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Die Kultur- und Kreativindustrie in Brandenburg

Brandenburg ist deutschlandweit einer der Hauptstandorte der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft und bietet den ansässigen Unternehmen, Künstlern und Museen ein einzigartiges Ökosystem aus Universtäten, Museen, Medienlandschaft und kulturellem Erbe.
Als eine meiner Aufgaben verstehe ich es – gerade auch zu Zeiten der Corona Krise, die sich ganz besonders auf den Kultur- und Kreativsektor auswirkt – die vielfältige Kunst- und Kulturszene Brandenburgs und die darin tätigen Unternehmen und Beschäftigten zu unterstützen und unter anderem die vorhandenen Fördermittel auf Landes-, Bundes- und Europaebene publik zu machen. Auch, damit Brandenburgs Kultur- und Kreativwirtschaft mit seinen Europäischen Partnern weiterhin so gut vernetzt bleibt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist mit mehr als 27.000 Erwerbstätigen eine wichtige Branche in unserem Land und ein starker Motor für Innovationen: Die rund 12.000 Brandenburger Unternehmen setzen jedes Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro um. Diese sind dabei ein wichtiger Impulsgeber, machen den Standort attraktiver und fördern den Kulturtourismus. In Brandenburg konzentrieren sich die Unternehmen vor allem in und um Potsdam, wobei die Film- und Rundfunkwirtschaft dominiert. Im gesamten Ballungsraum Berlin-Brandenburg sind mit über 218.000 Beschäftigungsverhältnissen sehr viele Menschen in der Kultur- und Kreativindustrie tätig, Tendenz steigend. Daher überrascht auch nicht, dass die größten Teile der Umsätze der Brandenburgischen Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin, aber auch in der Europäischen Union generiert werden.

Über 10% der Produktion in der Kultur- und Kreativindustrie werden dabei über eine öffentliche Förderung finanziert, Brandenburg liegt hier mit 18% über dem Bundesdurchschnitt. Die Darstellenden Künste verzeichnen mit 32% den höchsten Anteil an öffentlicher Förderung, Bildende Kunst, Rundfunk und Film sind ebenfalls in hohem Maß von öffentlichen Geldern abhängig. Hohe wirtschaftliche Unabhängigkeit weisen hingegen die Design-Branche, die Architektur, die Software Branche und die Werbebranche auf.

Brandenburgs Engagement für den Kunst- und Kultursektor

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist bereits ein fester Bestandteil der Wirtschaft in Brandenburg. Über die oben genannten Förderprogramme auf Europäischer Ebene hinaus bietet Brandenburg allerdings eine Vielzahl an Förderungsmöglichkeiten für die Branche.
Das Portal Kreatives Brandenburg bietet hier einen guten Überblick über aktuelle Initiativen und dient als Informations- und Präsentationsplattform. Es ist Teil einer größeren Initiative des Ministeriums für Wirtschaft und Energie (MWE) und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg. Erklärtes Ziel ist es, die Brandenburger Kulturlandschaft zu fördern und kreative Menschen in der Region zusammenzubringen. Das Projekt ist dabei an mehreren Standorten in Potsdam und Oranienburg vertreten und wird unter anderem durch den Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert.

Ein weiteres Förderinstrument stellt der Masterplan IKT, Medien- und Kreativwirtschaft Berlin/Brandenburg 2020 dar. Unter dem Kürzel IMK sind hier die Branchengruppen Informations- und Kommunikationstechnologie und Medien und Kreativwirtschaft in einem Cluster in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zusammengefasst. Als Top-Standort zählte dieses Cluster im Jahre 2017 39.900 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen, einen Umsatz von rund 38 Mrd. Euro und etwas 215.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Zählt man freie und geringfügig Beschäftigte Mitarbeiter hinzu, so kann von etwa 332.000 Erwerbstätigen ausgegangen werden. Gefördert wird das Cluster vor allem durch Mittel aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE).

Gerade gegründete und junge Unternehmen können außerdem den sog. Mikrokredit Brandenburg (2000 – 25.000€) beantragen. Dieser wird von der ILB Investitionsbank Brandenburg und der IHK Brandenburg mit Unterstützung durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung angeboten. Zudem verleiht das Ministerium für Wirtschaft und Energie alle zwei Jahre den Designpreis Brandenburg. Hierbei handelt es sich um einen Branchenwettbewerb, der die Vielfalt und das Potenzial der Designbranche präsentiert und über die Landesgrenzen hinaus sichtbarer macht.

Weitere Initiativen in Brandenburg sind das Programm Gründung Innovativ, der Brandenburgische Innovationsgutschein (BIG) und ProFIT. Auch Deutschlandweit bestehen eine Vielzahl an Förderungsmöglichkeiten, so stehen Gründer:innen z.B. der German Motion Picture Fund und das Portal www.kultur-kreativ-wirtschaft.de zur Verfügung.