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Europas Kreativität – Vielfalt stärken, Zukunft schützen!

Was haben ein App-Designer und ein Schriftsteller gemeinsam? Was verbindet den Fashiondesigner mit dem Heavy-Metall-Bassisten? Richtig: Ihre Arbeit basiert auf individueller Kreativität, kulturellen Werten und Talent und generiert neuen Wert aus geistigem Eigentum. So jedenfalls wird in der Europäischen Union die Kultur- und Kreativwirtschaft definiert, und deren Schutz und Förderung liegt mir persönlich am Herzen! Denn mit einem Anteil von 11.2% der Privatunternehmen in Europa und über 12 Millionen Beschäftigten schützt sie die europäische Identität, Kultur und Werte. Als eine gemeinsame, europäische Sprache verbindet die Kultur- und Kreativwirtschaft ganz Europa miteinander und zeigt uns immer wieder, dass ganz Europa unsere Heimat ist.

Kreatives Brandenburg

Und das gilt auch in Brandenburg. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist mit mehr als 27.000 Erwerbstätigen eine wichtige Branche in unserem Land und ein starker Motor für Innovationen: Die rund 12.000 Unternehmen setzen jedes Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro um. Die Kultur- und die Kreativindustrie ist ein wichtiger Impulsgeber für die Wirtschaft in Brandenburg, machen den Standort attraktiver und fördern den Kulturtourismus.

Allein in Brandenburg stehen 7 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) (https://ec.europa.eu/esf/home.jsp?langId=de) für diese Aufgabe zur Verfügung. Dafür zuständig ist die neu gegründete Agentur für Kultur- und Kreativwirtschaft des Landes.

Neue Wege für eine kreative Zukunft im digitalen Zeitalter

In den letzten Jahren hat die Digitalisierung einen immer größeren Platz in unserem Leben eingenommen. Gerade deshalb müssen wir die Digitalisierung nutzbringend und effektiv in die verschiedenen Bereiche unserer Industrien einbauen, auch in der Kreativwirtschaft.

Schon heute berührt sie viele kreative Bereiche – wie zum Beispiel: Mode. Smart Textiles oder „intelligente Gewebe“ können heute schon leuchten, Strom leiten und heizen. Mit diesen Eigenschaften finden sie Anwendungen in den verschiedensten Bereichen – einige sind zum Beispiel: Gesundheitsversorgung, Automobilindustrie, aber auch Freizeit. Der Trend geht gerade zum Beispiel zu einem selbstagierenden Notruf-Shirt für Senioren oder einer dynamisch mitwandernden Flächenbeleuchtung für Fußgänger.

Kultur für Jedermann

In diesem Zusammenhang bietet die Digitale Transformation natürlich viele Chancen. Jedem kann heutzutage einen Zugang zu einem umfangreichen Kulturangebot ermöglicht werden. Die EU engagiert sich auch deshalb für einen schnellen Ausbau des Breitband- und Glasfaserinternets. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert außerdem genau solche Projekte, die in ländlichen Regionen die Kulturangebote der Gemeinden wieder aufleben lassen.

Doch gerade in Zeiten des digitalen Wandels und der neuen Zugangsmöglichkeiten im Internet kommt es immer öfter zu Missbrauch von geschützten Inhalten und es wird immer schwieriger von seinen Werken zu leben. Deshalb müssen wir eine faire Basis für die Digitalisierung finden, mit der wir Gerechtigkeit für alle garantieren und die Chancen der neuen digitalen Prozesse nutzen können. Als Basis dafür gilt zum Beispiel die Urheberrechtsrichtlinie für die Europäische Union, die gerade im Europäischen Parlament verhandelt wird. Deswegen setze ich mich schon seit 2016 für die faire Bezahlung von Künstlern und all diejenigen, die unsere kulturelle Vielfalt durch ihre Arbeit mit Leben erfüllen, ein.