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Erasmus+

Erasmus+ ist ein Hochschulprogramm der Europäischen Union, das seit 1987 grenzüberschreitende Begegnungen von Studierenden, Dozierenden und Hochschulpersonal in Europa fördert. An Erasmus+ können Personen aus allen 27 EU-Staaten sowie Norwegen, Liechtenstein, Island und der Türkei teilnehmen. Nach Abschluss des ersten Studienjahres kann über das Erasmus+ Programm ein Studienaufenthalt zwischen drei und zwölf Monaten an einer ausländischen Gasthochschule bis einschließlich zur Promotion gefördert werden.

 

Erasmus+ bietet Studierenden folgende Vorteile:

  • Befreiung von Studiengebühren:

Eine Vorgabe der EU im Erasmus+ Programm ist, dass keine Studiengebühren an der Gasthochschule gezahlt werden müssen. Grundlage für diese Regelung sind die Kooperationsverträge zwischen Instituten/Fachbereichen der Heimat- und der Gasthochschule. 

  • Mobilitätszuschuss:

Die Förderungsleistung besteht in einem Mobilitätszuschuss. Damit sollen die Mehrausgaben ausgeglichen werden, die durch den Studienaufenthalt im Ausland entstehen. Der Zuschuss variiert je nach Land und Studienjahr. 

  • Anerkennung von Studienleistungen:

Die akademischen Leistungen, die Sie an der Partnerhochschule erbracht haben, werden von den Gasthochschulen in einem „Transcript of Records“ bestätigt. Die meisten europäischen Hochschulen verwenden dazu das Anrechnungssystem ECTS (European Credit Transfer System). 

  • Mehrmals mit Erasmus+ ins Ausland:

Seit dem akademischen Jahr 2014/15 können Studierende mehrfach am Erasmus+ Programm teilnehmen. Pro Studienabschnitt (BA /MA / PhD) stehen Ihnen 12 Monate Förderung (Studium und/oder Praktikum) zur Verfügung.

Erasmus+ zwischen 2021 und 2027

Die Europäische Union hat im Rahmen des mehrjährigen Haushalts 2021-2027 auch das Erasmus+ Programm aktualisiert. Der neue Beschluss für Erasmus+ sieht vor, die bestehenden Bedingungen zu modernisieren, Studienprogramme weiter zu internationalisieren sowie auch einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der europäischen Universitäten zu leisten.

Mit der Einigung über das neue Erasmus+ Programm wird das Budget im Vergleich zum vergangenen Zeitraum fast verdoppelt. Derzeit beträgt die Summe für den siebenjährigen Zeitrahmen mehr als 26 Milliarden Euro.

Erasmus+ setzt ein wichtiges Zeichen und sendet ein starkes Signal für die Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der studentischen Mobilität. Die neue Programmgeneration beruht auf Inklusivität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Auf diesen drei Säulen basierend sind neue Typen der Erasmus+ Programme entstanden: Erasmus+ Digital, Erasmus+ Green und Erasmus+ Soziale Teilhabe.

Das Erasmus+ Digital Programm ist eine Initiative zur weiteren Digitalisierung und Stärkung der Netzwerkverbindung zwischen europäischen Universitäten, die zum Ziel hat, durch Datenaustausch über die Mobilität den Bewerbungsprozess zu erleichtern. Die Erstellung von Dokumenten und Studierendenausweisen soll künftig nicht mehr auf Papier erfolgen, sondern digital über das Netzwerk „Erasmus Without Paper“.

Das Erasmus+ Green Programm stellt die Bedürfnisse der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Dabei geht es um die zielgerichtete Bestrebung zur Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsziele wie Umweltschutz und Klimapolitik. Das Ziel soll sein, durch die weitere Sensibilisierung über diese Themen die durch das Programm entstehenden CO2-Emissionen zu verringern. Die Mobilität von Studenten mit umweltfreundlichen Transportmitteln wird ebenfalls gefördert.

Darüber hinaus ist das Erasmus+ Soziale Teilhabe Programm entstanden. Die ausländische Erfahrung an einer der europäischen Universitäten bietet zusätzlich zu positiven Momenten und Erlebnissen noch die Bereicherung der Biografien, Arbeitsperspektiven sowie die Chance zum Erlernen von Fremdsprachkenntnissen. Daher sind Begriffe wie Inklusion und Chancengleichheit wichtige Bestandeile der Agenda zum Studierendenaustausch innerhalb der EU.

Um die Europäische Union auch in der Zukunft als eine weltoffene und demokratische politische Institution auf der Grundlage des gemeinsamen europäischen Kulturerbe zu gestalten, ist die Förderung von Vielfalt, mehr Toleranz gegenüber anderen, Gleichstellung sowie auch von demokratischer Bewusstseinsbildung und aktiver politischen Teilhabe von entscheidender Bedeutung.   

Erasmus+ und Auszubildende

Neben der bereits mehr als 30 Jahre existierenden Unterstützung der Bildungschancen europäischer Studierender, leistet die EU seit einigen Jahren auch einen Beitrag für die Berufsmobilität von Auszubildenden. Dabei geht es um das Erwerben von Arbeitskompetenzen durch internationale Berufserfahrung, die im Rahmen des Erasmus+ Programmes gefördert wird.

Die Zielsetzung ist es dabei, individuelle Kompetenzen zu verbessern, die Qualität und Stärke von europäischen Bildungsinstitutionen weiter hervorzuheben und den bestehenden europäischen beruflichen Bildungsraum in seiner Entwicklung zu fördern. Die Aktivitäten der Ausbildungseinrichtungen eröffnen neue Zugänge für zahlreiche Zielgruppen. In Sicht kommen Auszubildende, Berufsschüler:innen sowie Ausbilder:innen die ein Praktikum von bis zu zwölf Monate ableisten können und durch das Programm finanziell gefördert werden.

 

Erasmus+ und der Brexit

Trotz des EU-Austritt des Vereinigten Königreichs hätte es die Möglichkeit für britische Universitäten und Studierende gegeben, an Erasmus+ teilzunehmen. Die britische Regierung entschloss sich jedoch nicht mehr am Erasmus+ Programm teilnehmen zu wollen, sondern ein eigenes Austauschprogramm aufzubauen. Diese Entscheidung ist auf eine tiefe Enttäuschung getroffen, die von vielen Universitäten und Studierenden innerhalb der Europäischen Union geteilt wird.

Britische Studierende werden deshalb nicht mehr den Status eines EU-Studenten beanspruchen dürfen und die oben genannten Begünstigungen für Austauschstudierende entfallen damit ebenfalls. Dies kann insbesondere steigende Studiengebühren bedeuten, als auch die Pflicht, für einen längeren Aufenthalt innerhalb der EU einen Visaantrag stellen zu müssen. Die Bedingungen zur Aufenthaltsgenehmigung werden aber von jeweiligem EU-Mitgliedsland geregelt.

 

Erfolge von Erasmus+

Um den Erfolg des vergangen Erasmus+-Programmes zwischen 2014 und 2020 zu messen, bedarf es eines Rückblicks auf die Statistik der durch das Programm geförderten Studierenden:

Der Austausch hat sich in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorgängerprogramm fast verdoppelt. Dies alles ist dem damaligen Budget in der Höhe von 14.7 Milliarden Euro zu verdanken. Durch die finanzielle Erhöhung des Budgets ergab sich die Gelegenheit für 3.7% aller in Europa Studierenden am Programm teilzunehmen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2020 profitierten zwei Millionen Studierende vom Studienangebot des Erasmus+. Fast 800 000 Professoren und pädagogische Fachkräfte hatten die Gelegenheit, durch die Erasmus-Förderung neue Kompetenzen an ausländischen Universitäten zu erwerben. Mehr als 135 000 Studierenden und Lehrenden sind über die europäischen Grenzen hinausgegangen, ebenso viele wurden in Europa von außerhalb empfangen.

Von elf Ländern die sich im Jahr 1987 darauf geeinigt haben, das Erasmus-Programm aufzusetzen, hat sich der Geltungsbereich auf 33 erweitert (EU-Mitgliedsstaaten, sowie Länder ehemaligen Jugoslawiens wie Nordmazedonien und Serbien, als auch die Türkei, Island, Liechtenstein und Norwegen).