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Praktikumsbericht: Marie van der Werf

Als ich im Bachelorstudium ein Erasmus-Semester in Amsterdam verbracht habe, überredete ich meine Freunde, mit mir nach Brüssel zu fahren. Wir kamen mit unterschiedlichen Zielen in die Hauptstadt Europas: Eine Freundin wollte belgische Waffeln essen, eine andere den Grote Markt erkunden. Mich hingegen zog es ins Europaparlament.

Das Projekt Europa hat mich nämlich schon lange fasziniert. Als halb niederländische und halb rumänische Berlinerin gehört die kulturelle Vielfalt Europas seit jeher zu meinem Alltag dazu. Im Studium beschäftigte ich mich dann näher mit dem Thema EU und spätestens nach unserem Ausflug nach Brüssel wusste ich, dass ich mal im Europaparlament arbeiten wollte.

Zwei Jahre später sah ich dann die Stellenausschreibung in einem Newsletter der Konrad-Adenauer-Stiftung. Europa – sang es in mir – da musst du hin! Ich bewarb mich also zeitnah und wurde schon nach zwei Tagen von Claudia Hoffmann kontaktiert. Wir vereinbarten einen Telefontermin, besprachen mögliche Einsatzbereiche und freuten uns auf unsere baldige Zusammenarbeit.

Dann kam allerdings die Corona Pandemie und mein Praktikum musste um ein Jahr verschoben werden. Als ich im Mai 2021 schließlich anfing, war ich also nicht mehr im Bachelor, sondern schon im Master. Das war allerdings ziemlich witzig, weil ich nun zufällig an derselben Pariser Universität studierte, wie zwei meiner Mitpraktikanten. Im letzten Jahr hätten wir noch an verschiedenen Unis studiert.

An meinem ersten Tag hießen uns Dr. Ehler und seine Mitarbeiter bei einem Webex-Treffen herzlich willkommen. Obwohl das Praktikum im Home Office stattfand, war die Atmosphäre warm und irgendwie kameradschaftlich. Dieses Gemeinschaftsgefühl zog sich durch mein gesamtes Praktikum.

In den folgenden sechs Wochen übernahm ich unter anderem einen wöchentlichen COVID-19 Vakzin-Newsletter, nahm an Veranstaltungen zu den Themen Digitalisierung und Handel teil, bearbeitete Videomaterial, interviewte EP-Mitarbeiter und verfolgte die EVP-Fraktionssitzungen. Ich konnte sogar einer Rede des wiedergewählten UN Generalsekretärs António Guterres lauschen.

Meine Lieblingsaufgabe war es allerdings, mich mit künstlicher Intelligenz in der Filmindustrie auseinanderzusetzen. Unter Claudia Hoffmanns inspirierender Führung recherchierte ich Hintergrundinformationen zum Stand der Dinge, erforschte verschiedene Meinungen zum technischen Fortschritt, und arbeitete einen potenziellen Regulationsbedarf heraus. Wir erstellten außerdem ein ambitioniertes Veranstaltungskonzept.

Ich habe im Laufe meines Praktikums viel gelernt, aber eines ist mir besonders im Kopf geblieben: Man kann nie zu groß denken. Im EP ist es tatsächlich möglich, Dinge zu bewegen. Man ist hier nicht in einer kleinen NGO, sondern im Herzen Europas, wo man wirklich etwas erreichen kann. Die Arbeit im Parlament ist fantastisch, weil man es mit klugen, begeisterten und ambitionierten Menschen zu tun hat, die Europa besser machen wollen. Die Arbeit ist fraktionsübergreifend und kollegial. Ich habe mich hier, auch aus meinem Zimmer in Berlin, sehr wohl gefühlt.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal herzlich bei Herrn Dr. Ehler, Claudia Hoffmann, Christoph Schulze und Gosse Vuijk, sowie bei meinen Mitpraktikanten für die großartige Erfahrung bedanken.

Falls es Dich also auch nach Brüssel ziehen sollte, kann ich ein Praktikum bei Herrn Dr. Ehler nur wärmstens empfehlen.

Marie van der Werf, 02.07.2021

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