Europäisches Parlament stimmt über Entschließung zum Schutz der Viehwirtschaft und der Großraubtiere in Europa ab

Anlässlich der heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments in Straßburg über eine Entschließung zum Schutz der Viehwirtschaft und der Großraubtiere in Europa erklärte der Brandenburger CDU-Europaabgeordnete Dr. Christian Ehler: „Viele Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt hatten zwar positive Ergebnisse im Hinblick auf die Wiederansiedlung von Großraubtierarten, insbesondere des Wolfs, jedoch muss dringend anerkannt werden, dass das starke Populationswachstum zu verschiedenen ökologischen, landwirtschaftlichen und sozioökonomischen Herausforderungen in den Mitgliedstaaten und Regionen führt. Vor diesem Hintergrund sind weitere Maßnahmen, die die Populationskontrolle des Wolfs ermöglichen, erforderlich.“

Allein in Deutschland hat sich der wolfsverursachte Nutztierschaden dramatisch verschärft und wächst in den vergangenen Jahren exponentiell. Gab es im Jahr 2000 noch keinen einzigen wolfsverursachten Nutztierschaden, beläuft sich die Anzahl der getöteten Tiere im Jahr 2020 bereits auf knapp 3.500. Dies bedeutet eine große Herausforderung für den ländlichen Raum.

„Dem Wolf wurde in der EU-Habitat-Richtlinie ein strenger rechtlicher Schutzstatus gewährt (alle Formen des vorsätzlichen Fangs oder Tötens von Wölfen in freier Wildbahn sind verboten). Den Mitgliedstaaten sollte die notwendige Flexibilität eingeräumt werden, um konkrete Maßnahmen zur wirksamen Lösung der aktuellen Probleme und zur Herstellung einer harmonischen Koexistenz zwischen Menschen und wildlebenden Raubtieren zu ermöglichen. Die Resolution ist auf Betreiben der EVP-Fraktion zustande gekommen und kann als großer Erfolg gewertet werden“, so Ehler weiter.

„Wir fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Auswirkungen von Angriffen durch große Fleischfresser auf das Wohlergehen der Tiere zu berücksichtigen, einschließlich Verletzungen, Abtreibungen, verminderter Fruchtbarkeit, Verlust von Tieren oder ganzen Herden und Tod von Wachhunden sowie auf das Wohlergehen von Menschen, einschließlich Einkommensverlusten und höherer Arbeits- und Materialkosten sowie potenzieller Verletzungen oder Risiken für das Leben“, machte Ehler deutlich.

„Die derzeitigen Maßnahmen, einschließlich Zäune und Wachhunde, zeitigen nicht die Ergebnisse, um Angriffe angemessen zu verhindern und ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. In Fällen, in denen die Populationen von Großraubtieren zunehmen, ist es wichtig, überwachte Kontrollmaßnahmen im Einklang mit der Habitat-Richtlinie auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu entwickeln und anzuwenden. Es braucht zudem angemessene und langfristige Finanzierungsmöglichkeiten sowohl innerhalb als auch insbesondere außerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, im Rahmen der Biodiversitätsstrategie 2030 und der Habitat-Richtlinie für geeignete Präventionsmaßnahmen“, sagte Ehler abschließend.