Aktuell
01.03.2018, 14:09 Uhr | Pressemitteilung
Dr. Christian Ehler (EVP/CDU): Mehr Investitionen in den Schutz der Bienengesundheit, die Bekämpfung der Honigverfälschung und die Unterstützung der Imker
Abstimmung zu verbessertem Schutz der Bienen und Qualitätshonig in der EU
Ganz nach dem Motto des brandenburgischen Imker-Landesverbandes „Zusammen schaffen wir blühende Landschaften“ hat das Europäische Parlament heute einer Entschließung zugestimmt, die einen stärkeren Schutz der Bienengesundheit, eine intensivere Bekämpfung von verfälschten Honigprodukten und die bessere Unterstützung von Imkern in der EU vorsieht.
Anlässlich der heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments erklärte der brandenburgische CDU-Europaabgeordnete Dr. Christian Ehler: „Der Bienenzuchtsektor ist ein wichtiger Bestandteil der europäischen Landwirtschaft und stellt für mehr als 620 000 EUBürger die Haupteinnahmequelle dar oder ermöglicht ihnen zusätzliche Einkünfte. Die Bedeutung des Sektors ist weitaus größer als man aufgrund der Höhe seines Beitrags zur Bruttoerzeugung der Wirtschaft zunächst vermuten würde. Rund 80% der europäischen Lebensmittelerzeugung hängen von der Bestäubung durch Bienen ab, sodass der dadurch entstehende wirtschaftliche Wert – der in der EU auf ca. 14,2 Mrd. EUR jährlich geschätzt wird – den Wert des erzeugten Honigs bei weitem übersteigt.“

In der Entschließung fordern die Abgeordneten außerdem eine wirksame, umfassende und langfristige EU-Strategie zur Verbesserung der Bienengesundheit, zur Bekämpfung der Bienensterblichkeit und zur Wiederaufstockung der Bienenbestände. Eine Vielzahl von Tierkrankheiten richtet unter der europäischen Bienenpopulation große Verwüstung an und führt den Imkern schweren Schäden zu, was zur Folge hat, dass viele Erzeuger zahlungsunfähig geworden sind und das obwohl die EU mit rund 200.000 Tonnen produziertem Honig nach China der zweitgrößte Produzent weltweit ist. Neben den drei wichtigsten Honigerzeugern Rumänien, Spanien und Ungarn hat der Beschluss auch für Deutschland auf Platz vier weitreichende Auswirkungen.

„Um dem Bienensterben entgegenzuwirken, braucht es eine koordinierte Zusammenarbeit bei der Dokumentation und dem Austausch von Kontrollergebnissen der nationalen und regionalen Kontrollstellen mit den EU-Institutionen, wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, um produktiv an Medikamenten gegen Tierkrankheiten zu arbeiten“, führte Ehler weiter aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Beschlusses ist das stärkere, rechtliche Vorgehen gegen Drittstaaten, die sich unehrlicher Methoden bedienen sowie Verpackern und Händlern in der EU, die verfälschten, eingeführten Honig wissentlich mit hochwertigem europäischen Honig vermischen. „Um sicherzustellen, dass importierter Honig den hohen EU-Standards entspricht, sollten die Kontrollen an den Grenzen und die Kontrollen im Binnenmarkt harmonisiert, alle importierten Honigprodukte getestet und die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit deutlich verschärft werden. Dieser Schritt ist auch für die rund 2.600 Imker in Brandenburg von großer Bedeutung“, so Ehler weiter.

„Zusätzlich zu dem verabschiedeten Beschluss sollte überlegt werden, eine neue Direktunterstützung für die Bienenzucht auf der Grundlage der Zahl der Bienenvölker in die Agrarpolitik nach 2020 aufzunehmen. Denkbar wären auch steuerpolitische Anreize, wie sie von zahlreichen europäischen Imkerverbänden bereits gefordert werden. Hierdurch könnten auch Forschung und Entwicklung im Bereich der Imkerei, Ausbildung und Schulungen für Imker wieder neu aufblühen“, so Ehler abschließend.