Die Corona-Krise mobilisiert alle Energien. Oberste Priorität hat im Moment die Eindämmung der Ausbreitung des Virus. Hinter den Kulissen wird unermüdlich an Behandlungslösungen gearbeitet. “Es reicht jedoch nicht aus, die Forschungsbemühungen allein auf die Entwicklung eines Impfstoffes zu konzentrieren”, ist Ehler überzeugt: “Wir müssen jetzt weiter denken und zügig die nächsten Schritte unternehmen, um in Zukunft besser gewappnet zu sein. Denn Corona wird kein Einzelfall bleiben. Wir brauchen umgehend eine bessere Ausstattung an Flughäfen und bessere Detektionssysteme für Gesundheitssymptome.

In den Forschungsrahmenprogrammen der vergangenen Jahre, die Ehler als Berichterstatter selbst in Rekordzeit verhandelte, hatte die Sicherheitsforschung eine hohe Priorität. “Dort haben wir die Rahmenbedingungen geschaffen für eine der stärksten Waffen Europas im Kampf gegen Pandemien und Horizont 2020 respektive seinen Nachfolger Horizont Europa zum größten Sicherheitsforschungsprogramm der Welt gemacht. Jetzt sollte die Europäische Kommission schnell und unbürokratisch Mittel freistellen, um beispielsweise die Entwicklung von kontaktlosen Technologen zur Früherkennung von Erkrankungen an Flughäfen nach vorne zu bringen, fordert Ehler. “Wir haben auf die Terrorismusgefahr schnell und effektiv reagiert und dabei viel darüber gelernt, wie gemeinsames Handeln besser funktioniert. Wir konnten hier bereits bemerkenswerte Erfolge erzielen und können jetzt auf bereits existierende Expertisen und Forschungsergebnisse aufbauen. Diese lessons learnt sollten im nächsten Schritt auf pandemische Risiken übertragen werden“, sagt der erfahrene Europaparlamentarier: “Im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms stehen uns zahlreiche Instrumente und auch Mittel zur Verfügung, die wir nun schleunigst abrufen und aufstocken müssen!” Sollte es dabei erforderlich sein, aktuelle Bestimmungen, wie zum Beispiel im Luftverkehrsrecht, anzupassen, sollte dies sach- und nicht ideologieorientiert erfolgen.”

Ehler begrüßt die von EU-Kommissarin Marjia Gabriel bereits ergriffenen Maßnahmen und die Bündelung von fast 140 Millionen Euro zur Bekämpfung von COVID-19. Die Kommission hat innerhalb von Horizont 2020 bereits eine Sonder-Ausschreibung lanciert und relevante Interessengruppen im Rahmen der öffentlich-privaten Partnerschaft Initiative Innovative Arzneimittel (IMI) mobilisiert. Jetzt muss Fokus zügig hin zur Detektion von Krankheiten und Erkrankungen. Gefördert werden sollte dabei, so Ehler, nicht nur die Weiterentwicklung flächendeckend einsetzbarer Detektions-Systeme, sondern auch deren Implementierung in den europäischen Märkten.

“Der noch weitgehend im Dunkeln liegende Ursprung und das außergewöhnliche Ansteckungspotential des Virus sollten uns bewusst machen, dass unsere vernetzte Welt erheblich geschrumpft ist und dass ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen der Staaten die einzige Möglichkeit ist, diese und künftige globale Krisen zu bewältigen”, betont Ehler. Die Zeit der Bestandaufnahme werde kommen. Aber einige Lektionen könne man heute schon lernen: “Diese Krise ist ein Prüfstein für unsere Fähigkeit, einerseits in einer Notsituation zusammenzuarbeiten und andererseits, unseren langfristigen Zielen treu zu bleiben.”

“Die eminente Bedeutung von Forschung und Entwicklung ist klar und ein weiterer Grund, unseren Vorschlag für eine Aufstockung des Budgets auf 120 Milliarden Euro für Horizont Europa zu unterstützen. Wir müssen jetzt nicht nur schnell, sondern groß denken. Um entschieden voranzukommen, könnte die Kommission einen Preis etwa in der Größenordnung von 30 Millionen Euro ausloben, der Forschungsbemühungen zu besseren Detektions-Technologien an Flughäfen fördert und belohnt und so die rasche Entwicklung verlässlicher automatischer Schnelltests ermöglicht”, regt Ehler an.