„Wir begrüßen den gemeinsamen Ansatz von EU-Kommissarin Gabriel und den EU-Forschungsministern, sich auf Gabriels 10-Punkte-Aktionsplan zur Bekämpfung des aktuellen COVID-19-Ausbruchs zu einigen. Dies bezieht sich nicht nur auf die jüngsten gemeinsamen Anstrengungen bei der Sammlung von Daten, der Nutzung und der Investition in eine europäische Wissenschafts-Cloud und der Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für klinische Studien, sondern auch auf den Kampf gegen künftige Pandemien“, sagt der Europaabgeordnete Ehler, ITRE-Koordinator der EVP und Berichterstatter für das neue Forschungsrahmenprogramm „Horizont Europa“ (2021 bis 2027.

„EU-Kommissarin Gabriel leistet darüber hinaus auch gute Arbeit, um sicherzustellen, dass alle an der Umsetzung des aktuellen EU-Forschungsrahmenprogramms „Horizont 2020″ beteiligten Stellen zu diesen Bemühungen beitragen. Bedauerlicherweise mussten wir nun zur Kenntnis nehmen, dass der unlängst ernannte ERC-Präsident nach seinen Behauptungen, der ERC (Europäischer Forschungsrat) tue nicht genug zur Bewältigung der Krise, zurückgetreten ist. Das EU-Parlament, als Initiator des ERC und Bewahrer der Unabhängigkeit eines der Kronjuwelen der europäischen Forschung, musste feststellen, dass er in den ersten Monaten seiner Amtszeit mehr Zeit in den USA als in Brüssel verbrachte. Nach einstimmiger Auffassung stand dies in diametralem Gegensatz zum Berufsbild des Leiters einer unserer renommiertesten Forschungseinrichtungen, die von seinen beiden Vorgängern in kollegialer und brillanter Weise geleitet wurde.“
„Der ERC zeichnet hervorragende Wissenschaftler aus der ganzen Welt aus. Eine ganze Reihe dieser Stipendiaten arbeitet in Bereichen, die sich auf die aktuelle Situation anwenden lassen und zum Verständnis und zur Eindämmung des Ausbruchs beitragen könnten, wie z.B. der Virologie und der Epidemiologie. Wie vor kurzem angekündigt, arbeiten die ERC-Stipendiaten auch an Lösungen für die Detektion von Krankheiten.“

„Der jüngste Vorschlag von Herrn Ferrari, von einem durch ERC-Forscher impulsgebenden Ansatz abzuweichen, wurde eher als eine Augenwischerei in der Öffentlichkeitsarbeit zur Coronavirus-Krise angesehen und stand im Widerspruch zur Rechtsgrundlage des ERC, der in vielerlei Hinsicht zum Kampf gegen COVID 19 beitragen kann und dies auch tut“.“Es tut uns leid, dass es für einen brillanten Forscher und Unternehmer wie Herrn Ferrari so gekommen ist, der mit hohen Erwartungen begonnen hat, sich jedoch nie wirklich mit der Unabhängigkeit des ERC angefreundet hat. Dies sollte jedoch nicht als Argument dienen, um dem ERC oder der EU vorzuwerfen, dass sie nicht genug tun“.

„Die heutige entschiedene und einstimmige Unterstützung des 10-Punkte-Aktionsplans der EU-Kommission zur Verbesserung der Zusammenarbeit und gemeinsamer finanzieller Anstrengungen gegen die Krise zeigt, dass Europa auf dem richtigen Weg ist“, so Ehler abschließend.